

Anregungen zum Schmökern und Genießen, von Leseratte zu Leseratte.
Weshalb eine literarische Teestube? Die Frage ist recht einfach zu beantworten. Ich fand im Netz eine Unzahl von Tummelplätzen, wo sich leseversessene Kaffeetrinker austoben konnten. Doch weit und breit war kein heimeliges Plätzchen für büchernärrische Teeliebhaber zu sehen. Da kam mir der Gedanke, eine literarische Teestube zu eröffnen. Das Äquivalent zu all jenen Literaturcafés, nur eben für die Teetrinker unter den Leseratten
Es gibt Bücher, von denen man bereits beim Lesen des Klappentextes gefesselt wird. Und andere verraten schon auf der ersten Seite, dass man sich mit Ihnen nie wirklich wird anfreunden können. Doch manchmal gibt es auch solche Bücher, von denen man positiv überrascht wird, wenn man sich nur auf sie einlässt. Bücher wie Susanne Chos „Im Bauch des Imperiums“ (skepsis verlag, Zürich, 2009).
Die Ankündigung des Verlages lautete für diesen historischen Roman wie folgt:
„Terroranschlag auf Nero und die Führungsspitze des Römischen Reichs. Religiöse Eiferer wollen die Weltherrschaft.“
Und das alles aus der Reihe „skepsis & leidenschaft“ … ?
Autorin wie Verlag mögen es mir verzeihen – ich war in der Tat zunächst ein wenig skeptisch.
Religiöse Eiferer und Terroranschläge im alten Rom? Und ein nabatäischer Gewürzhändler als einzige Rettung für den römischen Kaiser? Mein erster Gedanke war, dass sich da jemand wohl sehr bemüht hatte, aktuelle Probleme in einem historischen Rahmen unterzubringen, der nun wahrhaftig ausreichend andere Motive geboten hätte.
Aber neugierig geworden war ich doch auf dieses Buch. Neugierig genug, um ihm eine Chance zu geben - und schon nach den ersten Seiten war mir klar, dass ich diese Entscheidung nicht bereuen würde.
Mrz
29
Ingwer ist – mehr vielleicht als viele andere Gewürze – eine Geschmackssache. Nicht jeder schätzt den eigentümlich herben Geschmack – weshalb mit Ingwer versetzte Teesorten wohl kaum je einen breiten Raum in den Regalen der Supermärkte einnehmen werden.
Ein paar Ingwer-Tees gibt es aber doch – und sie sind nicht nur für überzeugte Ingwer-Freunde einen Versuch wert. Auch wer – wie meine Wenigkeit – diese seltsame Wurzel (Zingiber officinale mit lateinischem Namen) eigentlich nur in eher homöopathischen Dosierungen zu genießen vermag, könnte positiv überrascht werden.
Wer kennt sie nicht – Die “Kinder- und Hausmärchen” der Brüder Grimm. Schon zu deren Lebzeiten erschienen allein von dieser Ausgabe der Märchensammlung (und es gab noch andere) sieben verschiedene Auflagen. Heute dürfte diese Märchensammlung zu den wohl meistübersetzten und meistgelesensten der Welt zählen.
Angesichts dieser Tatsache überrascht es vielleicht zu hören, dass die “Kinder- und Hausmärchen” nicht alle Märchen enthielten, die von den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm gesammelt und bearbeitet worden waren. Siebzehn Märchen wurden nämlich zunächst nur als Einzelausgaben veröffentlicht – etwa in Almanachen und Zeitschriften. Zehn dieser Einzelveröffentlichungen fanden später noch Aufnahme in die Märchensammlung – allerdings in mehr oder weniger veränderter Form. Sieben Märchen jedoch wurden – teils wohl wegen ihrer ausländischen Herkunft – in keinem Buch der Brüder Grimm veröffentlicht. (Eine für Märchen überaus passende Zahl, am Rande bemerkt.)
Der Germanist und Erzählforscher Heinz Röllke hat nun diese siebzehn Märchen, die in den üblichen Ausgaben der “Kinder- und Hausmärchen” in anderer Fassung oder überhaupt nicht vorliegen, in einem kleinen Büchlein zusammengestellt. Die Einleitung, die allein dreiundzwanzig der insgesamt einhundertachtzehn Seiten einnimmt, richtet sich dabei - ebenso wie der Anhang mit detaillierten Quellenangaben und kurzen Kommentaren zu jedem der Märchen – eindeutig an Literatur- und andere Wissenschaftler, die hier für Vergleichs- und Entwicklungsstudien ein reiches und spannendes Betätigungsfeld vorfinden dürften.
Aber auch ein Bücherwurm, der sich nicht in erster Linie für die Entstehungsgeschichte der Grimmschen Märchensammlung oder die verschiedenen Redaktionsstufen der Niederschrift interessiert, findet in diesem kleinen Band (erschienen 1993 im Insel-Verlag) sicher manchen Leckerbissen.
Neben einer frühen Fassung bekannter Märchen wie “Schneeweischen und Rosenroth” oder “Brüderchen und Schwesterchen”, finden sich hier nämlich auch eher wenig bekannte Texte wie “Der gläserne Sarg”, “Der Krieg der Wespen und Esel” oder das norwegische Märchen “Das Fest der Unterirdischen”. (Letzteres ist, nebenbei bemerkt, mein persönlicher Favorit, der durchaus - in entsprechender Umarbeitung – das Potential für einen prächtigen Märchenfilm hätte.)
Insgesamt also ein zwar kurzes, aber auch höchst kurzweiliges Büchlein, das nicht nur für Märchenfreunde noch die eine oder andere Überraschung bereithalten dürfte.
Rölleke, Heinz (Hrsg.): “Grimms Märchen wie sie nicht im Buche stehen”. Frankfurt a. M., Leipzig: Insel Verlag, 1993
Es gibt Bücher, die wie geschaffen dafür sind, in Badewannen gelesen zu werden: Sie tragen ganz herrlich zur Entspannung bei, auch nach einem langen Arbeitstag – und sie sind nicht so literarisch wertvoll, dass man sich wegen einiger Wasser- und Seifenspritzer auf dem Buchdeckel im Nachhinein allzu große Vorwürfe machen würde.
Ich habe solche Bücher in meinen Regalen in der Rubrik “Badewannenschmöker” eingeordnet – und in diesen Reihen stehen auch die Bände der Samaria-Reihe von Sharon Shinn.
In deutscher Übersetzung liegt vor:
- Sharon Shinn: “Erzengel” (Originaltitel: Archangel, erstmals erschienen 1997; deutsch 1998 bei Heyne)
Im englischen Original gibt es außerdem noch:
- Jovah’s Angel (Ace Books, 1998)
- The Alleluia Files (Ace Books, 1999)
- Angelica (Ace Books, 2003)
und:
- Angel-Seeker (Ace Books, 2004)
Die Erscheinungsdaten der Bücher sind dabei kein eindeutiger Hinweis auf die chronlogische Abfolge der Handlung. “Angelica” beispielsweise spielt zeitlich vor dem ersten Buch “Erzengel”, während etwa “Jovah’s Angel” 150 Jahre später angesiedelt ist.
Da jedoch die Romane in sich abgeschlossen sind, spielt die Lesereihenfolge keine allzu bedeutende Rolle. Und ihr Status als “Badewannenschmöker” bedeutet nicht, dass sie nicht lesenswert wären. Im Gegenteil:
Ich war, das muss ich gestehen, zunächst etwas verwundert, als ich diesen Tee im Regal unseres Supermarktes entdeckte. Er war nicht mit im Winde wehenden Sonnenblumen oder pastellbunten Pagoden bedruckt, er trug auch keinen poetischen, völlig irreführenden Namen wie “Augenblicke des Herzschmerzes” oder “Hero & Leander”. Nein. Die Schachtel war – bis auf ein verhältnismäßig dezentes Bild rechts unten – tiefschwarz und der Titel besagte tatsächlich klipp und klar:
“Teekanne: Himbeer & Schokolade. Schwarzer Tee.”
Nun, “Himbeer und Schokolade” – das klang doch schon einmal sehr, sehr vielversprechend, auch wenn ich bislang bei Tees mit Schokoladengeschmack eher vermischte Erfahrungen gemacht hatte.
Natürlich musste dieser Tee sofort gekauft und ausprobiert werden.
Die ersten Bedenken bezüglich des Schokogeschmackes erwiesen sich als berechtigt. Zwar war das Himbeeraroma großartig, aber wirklich “schokoladig” wirkte der Tee nicht. Ungesüßt waren es eher “rauchige Himbeeren”, gesüßt konnte man vielleicht einen Hauch Kakaobohne erahnen.
Das soll jedoch nicht heißen, dass der Tee schlecht geschmeckt hätte. Im Gegenteil – gerade die “rauchige” Note hat den sonst doch sehr süßen Himmbeeren eine angenehme Herbe verliehen. Und zusammen mit dem Schwarztee ergab sich eine wirklich gelungene Mischung.
Insgesamt lässt sich also zu Teekannes “Himbeer und Schokolade” festhalten: Er schmeckt zwar nicht zwingend nach Schokolade, aber trotzdem gut. Ein Tee, der einen brauchbaren Kompromiss zwischen Früchte- und Schwarzteetrinkern darstellen könnte – für regnerische Winternachmittage im gemütlich warmen Wohnzimmer.
Feb
28
Die Teestube ist umgezogen.
Weshalb?
Nun, zum einen, weil die alten “Räumlichkeiten” auf die Dauer ein wenig zu eintönig wirkten. Zum anderen, weil die Arbeit an der Teestube zuvor für geraume Zeit geruht hatte – aus verschiedenen Gründen. Und für eine Neueröffnung der verloren geglaubten Teestube bot sich ein komplett neues Gewand aus vielerlei Gründen an.
Nicht zuletzt, weil die neue Heimat der Teestube eine ungeahnte Fülle neuer technischer Möglichkeiten eröffnet – vielleicht entdecken die Besucher ja bereits die eine oder andere Modernisierung.
Ein riesiger Dank gebührt an dieser Stelle meinem Freund Michael – der meiner Teestube eine Zuflucht bot (daher heißt die Teestube nun mit Nachnamen “sturmwolf”
), der den Umzug organisierte und als “Teestuben-Hausmeister” die technische Wartung übernimmt.
Und für all jene, die jetzt die Neugierde plagt, was es mit dem “sturmwolf” auf sich hat: Mein Freund hatte es, unter anderem, als eine Hommage an den Autor Michael Stackpole gedacht, dessen Homepage den schönen Titel “stormwolf.com” trägt.
Zugegeben, es ist eigentlich viel zu früh für Weihnachtsgeschenke. Doch dieses kleine Büchlein ist so zauberhaft, dass man es eigentlich zu jeder Jahreszeit lesen kann.
Erzählt wird die Geschichte einer Ratte. Doch handelt es sich hier nicht um eine gewöhnliche Feld-, Wald- und Kanalratte. Nein. Walter ist etwas besonderes. Er ist eine Leseratte. Weshalb er lesen kann, das weiß er selbst nicht so genau – aber er tut es mit Begeisterung. Sehr wählerisch konnte er dabei lange Zeit nicht sein – immerhin ist es der Willkür von uns Zweibeinern überlassen, welche Bücher sich auf einer Müllkippe finden.
Man kann sich daher die Begeisterung des pelzigen Gesellen vorstellen, als er – ein wenig betagt schon – eine neue Heimat im Hause einer Schriftstellerin findet. Lange Zeit lebt er dort in Ruhe und Frieden, als stillschweigender und ungesehener Nutznießer der kleinen Privatbibliothek.
Doch eines Tages macht Walter eine traurige Entdeckung. Die von ihm so verehrte Schriftstellerin schreibt Kinderbücher über Mäuse. Über Mäuse! Nicht über intelligente, saubere, gelehrige (und belesene) Ratten. Sondern über ganz gewöhnliche Mäuse! Walter ist zutiefst empört – und beschließt, der Schriftstellerin einen Brief zu schreiben.
Und mit diesem Brief beginnt eine wunderbare Geschichte …
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Wir alle haben uns in Schulzeiten bereits mit dem Englischen geplagt. Manche mehr, andere weniger – einige von uns haben es später studiert, manch einen zog es gar ins (englischsprachige) Ausland und wieder andere haben es, wie meine Wenigkeit, zwar mit den Jahren lesen und schätzen, nie aber so recht sprechen gelernt.
Wie aber sehen eigentlich jene, denen das Glück zu Teil wurde, das Englische in die Wiege gelegt zu bekommen, unsere Sprache? Wen das interessiert, der sollte vielleicht einmal Mark Twains Essay “The Awful German Language” lesen.
Dieser ist eigentlich ein Anhang zu seinem 1880 erschienenen Buch “A Tramp Abroad”. Hier lernt der neugierige, deutsche Muttersprachler, der sich über die seltsamen Grammatikbeispiele der Englischlehrbücher wunderte, das auch jene der Deutschlehrbücher offenbar nur wenig einleuchtender sind. Ihm wird ein ganz neuer Blick auf den verflixten Genitiv gewährt (der Dativ war eben schon damals, im 19. Jahrhundert, oft dem Genitiv sein Tod – oder hätte es jedenfalls ruhig sein können, wäre es nach manch verzweifeltem Deutschschüler gegangen). Dann die vertrackten Geschlechtszuweisungen. Der Baum, aber die Blätter. Der Fisch ist männlich, seine verdammten Schuppen aber weiblich. Der Frau wird weibliches Geschlecht zugebilligt, als Eheweib ist sie aber Neutrum? (Wir reden, wohlgemerkt, vom Deutsch des 19. Jahrhunderts). Und zu guter letzt die bodenlose Frechheit, die Teile eines einzelnen Verbes durch ganze Nebensatzkonstruktionen voneinander zu trennen (man denke an “ab-reisen”). Wer soll da das Deutsche überhaupt jemals erlernen können?
Mit dieser Frage, und anderen, erheiternden und zum Nachdenken anregenden, schlägt sich Mark Twain herum, und kommt letztendlich zu der Schlussfolgerung: “My philological studies have satisfied me that a gifted person ought to learn English (barring spelling and pronouncing) in thirty hours, French in thirty days, and German in thirty years.”.
Nun ja, über Englisch in dreißig Stunden mag man diskutieren – aber offenbar sollten wir vielleicht doch etwas mehr Verständnis für jene aufbringen, die eben nicht mit unserer wunderbaren, schweren und so herrlich komplizierten Sprache zur Welt kamen. Und vielleicht ein klein wenig dankbar sein, dass wir in der Schule Englisch und nicht Deutsch als Fremdsprache lernen mussten.
Den Aufsatz gibt es übrigens hier nachzulesen oder, wem das lieber ist, als Hörbuch auf LibriVox herunterzuladen. Beides, natürlich, kostenlos
– für arme mittellose Leseratten.
Jun
15
Schafe – das sind jene nicht sonderlich interessanten, wolligen Vierbeiner, die man (leider heutzutage immer seltener) auf der Wiese stehen sieht. Sie liefern Wollpullover, flauschige Weihnachtsmarkt-Schafpelze und können, wenn sie Pech haben, bereits in jungen Jahren als Lammkotlett auf unserem Grill enden. Man kann sie vor dem Einschlafen zählen (meine stolpern immer über den Zaun, den sie überspringen sollten) und findet sie immer wieder auf den friedlichen, freundlich-bunten Bildern in Kinderbüchern. Schafe sind nützlich, friedlich und … ein wenig langweilig.
Welch ein Irrtum! Spätestens seit Leonie Swanns “Glennkill” (erschienen 2005 im Goldmann-Verlag) wissen wir: Schafe sind alles andere als langweilig – und auch längst nicht so friedlich, wie wir Menschen gerne glauben würden.
Dabei hätte die Herde des Schäfers George eigentlich selbst niemals gedacht, dass sie mehr tun würden, als fleißig und ernsthaft ihrer wichtigsten Arbeit – dem Grasen – nachzugehen. Doch dann finden sie eines Morgens George tot auf der Weide – in seiner Brust steckt ein Spaten. Und die Schafe, allen voran Miss Maple, das vielleicht klügste Schaf der Welt, beschließen, für ihren Schäfer um Gerechtigkeit zu kämpfen und den Mörder zu finden . Wie das genau vonstatten gehen soll, das ist ihnen nicht klar, denn bei dem einzigen Krimi, den George ihnen je vorgelesen hatte, war er nie bis zum Schluss vorgedrungen. Genaugenommen wissen sie nicht einmal so genau, was diese “Gerechtigkeit”überhaupt sein soll. Aber sie können es unmöglich auf sich beruhen lassen, wenn jemand ihren Schäfer tötet!
Und so machen sie sich daran, das Geheimnis zu lüften: Miss Maple, Mopple the Whale, das mollige Gedächtnisschaf der Truppe, die wollige Cloud, der alte, schon ziemlich schwerhörige Leitwidder Sir Richfield, mit seinen immer noch hervorragenden Augen, der tiefschwarze, vierhörnige Othello, der selbst eine geheimnisvolle Vergangenheit hat … die ganze Herde beginnt zu ermitteln. Wer könnte Interesse daran gehabt haben, den armen George umzubringen? Ham, der Metzger? War es eine Eifersuchtsszene oder gar ein Duell wie in den Liebesromanheftchen, die George ihnen so oft vorgelesen hatte? Und was hat dieser “Gott” damit zu tun, der offenbar in dem großen, spitzen Haus im Dorf wohnt und der immer von der Seele redet? Haben Menschen tatsächlich auch eine Seele? Eine ganz kleine? Hat jemand versucht, George seine Seele zu stehlen? Was ist im verschlossenen Schäferwagen verborgen, das so viele Menschen so dringend haben wollen? Was führt diese seltsame Schäfer Gabriel im Schilde? Und was ist mit Melmoth, Sir Richfields verschollenem Zwillingsbruder? Miss Maple und ihre Freunde sind fest entschlossen, all das herauszufinden – und sehr bald müssen die Bewohner von Glenkill erkennen, dass Georges Schafe weit mehr können, als harmlos auf einer Weide zu stehen …
“Glennkill” ist unbeschreiblich: Bezaubernd, anrührend, hinreißend witzig und dabei doch gleichzeitig spannend. Leonie Swann gelingt es, den gesamten Roman aus der Perspektive der Schafe zu schildern, die ihren ganz eigenen Blick auf uns Menschen haben. Und die uns doch manchmal erstaunlich klar sehen. Die Schafe selbst sind wunderbare Charaktere – und niemand sollte glauben, ein Schaf könnte nicht heldenmutig, kämpferisch, fürsorglich, stolz, gewitzt oder gar geheimnisvoll sein. Die Schafe von Glennkill sind all das und noch viel mehr. Und am Ende des Romans, der nicht nur ein Krimi, sondern vor allem eine von Herzen kommende Liebeserklärung an seine Hauptdarsteller ist, wünscht man sich für einen Augenblick beinahe selbst, ein Schaf zu sein …
Es ist ein Buch für Krimifans genauso wie für solche, die gerne von Herzen lachen, ein Buch, das seinen Leser bezaubert und 380 Seiten lang nicht mehr loslässt. Ein Buch, nicht nur für Schaffreunde und Tierliebhaber, sondern auch für jeden, der uns Menschen einmal aus einem völlig neuen Blickwinkel sehen möchte.
Wer kennt das nicht: Man hat ein Buch bestellt – z.B. bei Amazon – und wartet sehnsüchtig auf die E-Mail, die endlich, endlich den Versand bestätigt. Man hat verschiedene Alternativen: Das Mailprogramm alle fünf Minuten aufrufen, um nachzusehen, es die ganze Zeit im Hintergrund laufen lassen (was Rechner etwas älteren Semesters erfahrungsgemäß manchmal ein wenig überstrapaziert
) … oder man benutzt Chat-Programme wie Trillian oder Miranda, die nebenher auch noch – einige – Mailaccounts checken können. Einige eben nur, denn irgendeine Art von Mailaccount (oftmals POP3) befindet sich fast immer auf der Ausnahmeliste.
Man kann allerdings auch POP Peeper verwenden. Ein kleines, nettes Freeware-Programm, das sich friedlich und unauffällig im Hintergrund bleibt und in beliebig einstellbaren Zeitabständen nachsieht, ob es E-Mail-Neuzugänge gibt. Abgedeckt sind: POP3, IMAP (mit dem man z.B: AOL, AIM; Netscape, FastMail u.a. abrufen kann), SMTP; GMail, Hotmail\MSN\LiveMail, Yahoo, Mail.com, MyWay, Excite, Lycos.com,RediffMail, Juno und NetZero. Donnerwetter
! Man kann so viele Accounts einstellen, wie man möchte und ihnen sogar unterschiedliche Benachrichtigungs-Töne, -Zeiten und -Arten zuweisen. Man kann sich an die E-Mails erinnern lassen, sie direkt im POP-Peeper in Vorschau, als Header oder vollständig anzeigen lassen, auf Mausklick das Haupt-Mailprogramm öffnen oder sogar über den POP-Peeper schlichte Textnachrichten schnell als Antwort zurückschicken, ohne erst den Umweg über Thunderbird, Outlook und Co. zu gehen. Und, für Leute, die hin und wieder wichtige Nachrichten verschicken oder bekommen, die sie nicht verlieren möchten: POP-Peeper kann in einem frei wählbaren Verzeichnis Kopien aller nicht gelöschten Mails ablegen – für den Fall, dass das eigentliche E-Mail Programm unversehens den Geist aufgibt und die gesammelten Werke mit sich in den Abgrund des Vergessens reißt. (Wie gut diese Speicherfunktion tatsächlich funktioniert, das wird sich bei mir allerdings erst im Verlaufe eines ausführlicheren Praxistests erweisen – also am Besten erst einmal selbst ein Weilchen ausprobieren, ehe man sich blind darauf verlässt
!)
Das schönste aber ist: POP-Peeper ist denkbar bedienungsfreundlich. Er importiert sämtliche Accounteinstellungen bei der Installation aus bereits vorhandenen Mail-Programmen, erinnert den Nutzer daran, doch bitte die Passwörter einzugeben und hat eine angenehm übersichtliche Oberfläche. Gut, diese hat den unverwechselbaren Charme von Windows 3.1 und verträgt sich, leider, nicht mit lustigen “Und-die-Welt-wird-bunt”-Programmen zur Windowsverschönerung (wie etwa Windowblinds). Aber wer sich an dem spartanischen Äußeren nicht stört, der hat hier ein nützliches, stabiles Programm, das völlig kostenlos, aber beileibe nicht umsonst ist. Und, so am Rande: POP-Peeper versteht sich mit dem verufenen, aber ja doch ab und an genutzten, Windows Vista, bisher ganz vorzüglich
.
Ach ja, am Schluss kleiner Tipp für G-Mail Nutzer: Den G-Mail Account sollte man über POP3 umleiten lassen (siehe FAQ-Seite der POP-Peeper-Homepage) und das SSL-Plugin herunterladen, dann gibt es keine Probleme.
Und jetzt: Viel Spaß beim auf Bücher warten
!

