

Anregungen zum Schmökern und Genießen, von Leseratte zu Leseratte.
Weshalb eine literarische Teestube? Die Frage ist recht einfach zu beantworten. Ich fand im Netz eine Unzahl von Tummelplätzen, wo sich leseversessene Kaffeetrinker austoben konnten. Doch weit und breit war kein heimeliges Plätzchen für büchernärrische Teeliebhaber zu sehen. Da kam mir der Gedanke, eine literarische Teestube zu eröffnen. Das Äquivalent zu all jenen Literaturcafés, nur eben für die Teetrinker unter den Leseratten
Zur Abwechslung mal etwas "Badewannenlektüre" – darunter fallen, in meinen Regalen, jene abgewetzten Schmöker, die man mitnimmt, wenn man sich nach einem langen, arbeitsreichen Tag einfach in der Badewanne entspannen möchte. In diesem Fall schöne, solide Fantasy – mit Drachen! (Ja, wer mich kennt, weiß, dass ich eine Schwäche für diese lieben Tierchen habe…
).
Es handelt sich im englischen Original um zwei Romane ("The Last Dragonlord" und die Fortsetzung "Dragon and Phoenix"). In der deutschen Übersetzung hat man den zweiten Teil – vermutlich aufgrund seiner Dicke – auf zwei Bände aufgeteilt:
- "Der letzte Drachenlord"
- "Das Lied des Phoenix"
- "Drachenherz"
Im Mittelpunkt der Handlung steht Linden Rathan (mit dessen Namen ich anfangs ein wenig haderte – ich wohne leider in einem Dörfchen namens "Linden"). Er ist ein Werdrache, ein "Drachenlord". Das bedeutet, dass seine Seele eigentlich aus zwei Hälften besteht, von der die eine zu einem Menschen (Linden), die andere zu einem Echtdrachen (Rathan) gehört. Diese außergewöhnliche Fügung hat zur Folge, dass Linden nicht nur Magie beherrscht, sonder sich, bei Bedarf, auch in einen prachtvollen, echten Drachen verwandeln kann. Die Drachenlords leben auf einer eigenen Burg und sind seit Urzeiten, aufgrund ihrer besonderen Fähigkeiten, die Hüter der Ordnung unter den gewöhnlichen Menschen. Mit den Echtdrachen, die sich im allgemeinen höflich aus den Angelegenheiten der Menschen heraushalten, halten sie ab und an Rat – immerhin wird sich ein Drachenlord irgendwann, eines fernen Tages, selbst in einen Echtdrachen verwandeln, wenn seine Drachenseele erwacht…
Im ersten Buch lernen wir Linden, die kleine, freche Drachenlady Lled, Lindens menschlichen Freund, den verschmitzten Barden Otter, und viele andere kennen. Die Geschichte dreht sich um eine Verschwörung am Cassorischen Hof, wo Linden und seine Freunde über die umstrittene Thronfolge entscheiden sollen. Das erweist sich als unerwartet brisant, denn die Fäden zieht eine "Bruderschaft", die gar nicht gut auf die Drachenlords zu sprechen ist. Und ganz nebenbei muss Linden auch noch seine Seelengefährtin, die schöne Seefahrerin Maurynna, kennenlernen…
Die beiden Folgebände (die ja eigentlich ein Buch sind) wechseln den Schauplatz. Wieder begleiten wir Linden, allerdings gibt es nun einen parallelen Handlungsstrang am Hof des Phoenixherrschers – in einem chinesisch-asiatisch anmutenden Königreich namens Jehanglan, in dem, wie sich herausstellt, seit Jahrhunderten ein Echtdrache gefangen gehalten wird. Als die anderen Echtdrachen schließlich deshalb in den Krieg ziehen, machen sich auch die Drachenlords auf, um zu helfen… und verstricken sich dabei tief in die politischen Intrigen des exotischen Reiches. Und, als wäre das noch nicht genug, gibt es da noch die Frage, ob Linden tatsächlich der letzte Drachenlord ist, der je geboren wurde…
Wie gesagt, ich mag Drachen
– deshalb war ich von der aparten Idee mit den Werdrachen besonders angetan. Aber auch wer kein fanatischer Drachenfan ist, wird hier auf seine Kosten kommen. Es gibt böse Zauberer und finstere Priester, schöne Frauen, spannende Intrigen, Geheimnisse (wie das um den magischen Vogel Phönix) und wilde Kämpfe… Vielleicht keine außergewöhnliche oder hochanspruchsvolle Mischung – aber, das kann ich versprechen, verdammt unterhaltsam
. Und das asiatische Reich im zweiten Teil ist eine sehr nette Abwechslung zu den "klassischen" Fantasy-Settings.
Ich glaube, ich gehe jetzt noch etwas lesen
!
2 Responses to “Joanne Bertin: Die Drachenlord-Saga”
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