

Anregungen zum Schmökern und Genießen, von Leseratte zu Leseratte.
Weshalb eine literarische Teestube? Die Frage ist recht einfach zu beantworten. Ich fand im Netz eine Unzahl von Tummelplätzen, wo sich leseversessene Kaffeetrinker austoben konnten. Doch weit und breit war kein heimeliges Plätzchen für büchernärrische Teeliebhaber zu sehen. Da kam mir der Gedanke, eine literarische Teestube zu eröffnen. Das Äquivalent zu all jenen Literaturcafés, nur eben für die Teetrinker unter den Leseratten
Ja, jetzt gibt es ihn – aromatisierten weißen Tee. Und er heißt doch tatsächlich einfach so, wie er schmeckt: Weißer Tee: Pfirsich-Vanille. Na, na, liebe Meßmer-Werbestrategen, das ist aber reichlich einfallslos, oder? Keine "Momente der Verlockung"? Kein "Ying-und-Yang-Tee"? Nicht einmal ein bisschen Shakespeare im Namen? Immerhin hatte der mehr Dramen geschrieben, als nur "Romeo und Julia" – wäre nicht "Antonius und Cleopatra" eine Möglichkeit gewesen? Nein? Nicht?
Nun gut, dann müssen wir uns eben damit abfinden: dieser Weiße Tee von Meßmer ist ganz und gar unpoetisch. Aber, so erstaunlich das klingt
: er schmeckt, trotz mangelnder Poesie, hervorragend! Gut, einigen Schwarzteegewöhnten mag er vielleicht, da weißer Tee an sich bereits sehr mild ist, zu süß sein – aber alle, die (wie ich
) gerade süße Tees besonders gern mögen, sollten diesen hier einmal probieren. Er ist wirklich rundum süß-fruchtig-vanillig-sanft. Sehr angenehm für verregnete, kalte Sommernachmittage.
Und, zwecks Ausprobieren, noch ein kleiner Zubereitungstipp von der Produktseite der Firma Meßmer (wo der Interessierte auch erfährt, was das eigentlich für ein Pflänzlein ist, das da den Weg in einen Teebeutel gefunden hat) : "Zur Zubereitung sollte man das Wasser nach dem Aufkochen ca. 3 Minuten abkühlen lassen, um die zarten, blumigen Nuancen des Weißen Tees in vollem Umfang genießen zu können. Die Ziehzeit sollte nicht länger als 3 Minuten betragen."
Äh…nun gut, ich gebe zu, für das "3-Minuten-abkühlen-lassen" war ich, chronisch teesüchtig wie ich bin, bisher immer zu ungeduldig. Und, ganz ehrlich, als ich es heute ausprobiert habe, konnte ich keinen nennenswerten Unterschied feststellen – außer, daß ich – zur Verwunderung meiner Familie – 3 Minuten lang wie ein ausgehungerter Löwe um den Wasserkocher herumgeschlichen bin … Dennoch, ich wollte diesen Expertenrat nicht unterschlagen, denn es mag ja Feinschmecker geben, die tatsächlich die "zarten blumigen Nuancen" in "vollem Umfang genießen" wollen.
Aber wer es etwas eiliger hat, der kann diesen Tee getrost auch auf die gewohnte Weise aufgießen: ich kann versprechen: er schmeckt in jedem Fall ganz wunderbar
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