Tee

Ob ich morgen leben werde, weiß ich freilich nicht. Aber daß ich, wenn ich morgen lebe, Tee trinken werde, weiß ich gewiß. (Gotthold Ephraim Lessing, dt. Schriftsteller und Kritiker, 1729-1781)

Lesen

Gern lesen heißt, die einem im Leben zugeteilten Stunden der Langeweile gegen solche des Entzückens einzutauschen.
(Charles de Montesquieu, franz. Rechtsphilosoph und Schriftsteller, 1689-1755)

Seiten

Bücher

Bücher sind kein geringer Teil des Glücks. Die Literatur wird meine letzte Leidenschaft sein.
(Friedrich II., der Große, preuß. König , 1712-1786)

Phantasie

Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche; sie ist Kühnheit und Erfindung.
(Eugène Ionesco,1909 -1994 rumänisch-französischer Dramatiker)

Stöberblogs

Liebe

Das Glück ist die Liebe, die Lieb' ist das Glück, ich hab es gesagt und nehm's nicht zurück!
(Adelbert von Chamisso, dt.-franz. Dichter und Naturforscher, 1781-1831)


Anregungen zum Schmökern und Genießen, von Leseratte zu Leseratte.

Weshalb eine literarische Teestube? Die Frage ist recht einfach zu beantworten. Ich fand im Netz eine Unzahl von Tummelplätzen, wo sich leseversessene Kaffeetrinker austoben konnten. Doch weit und breit war kein heimeliges Plätzchen für büchernärrische Teeliebhaber zu sehen. Da kam mir der Gedanke, eine literarische Teestube zu eröffnen. Das Äquivalent zu all jenen Literaturcafés, nur eben für die Teetrinker unter den Leseratten

Zur Abwechslung ein historischer Schmöker, der nichts mit Ägypten zu tun hat. Wir befinden uns in Großbritannien – oder, genauer gesagt: (zu Beginn des Romans) noch auf dem Wege dorthin. Im zweiten Jahrhundert nach Christus führen der Zenturio Facilis und seine römischen Truppen drei “sarmatische Drachen” – also drei Kontingente schwerer sarmatischer Panzerreiter – als neue Auxiliartruppen in die britische Provinz. Die nomadischen Sarmaten hatten Überfälle auf die römischen Provinzen an ihrer Grenze unternommen – und den Krieg verloren. Um ihrem Volk die Freiheit zu erkaufen mussten die drei “Drachen” den verhaßten Römern den Treueeid leisten und ihre Heimat für immer hinter sich lassen. Keine gute Voraussetzung für die bevorstehende Zusammenarbeit, zumal die Römer die neuen Hilfstruppen lediglich als “Barbaren” betrachten. Ariantes, der besonnenste der sarmatischen Kommandeure, sieht sich auf der schwierigen Reise nach Britannien unversehens in die undankbare Rolle des Vermittlers gedrängt. Um seinen Mitkommandeuren – Arshak und Gatalas – und den sarmatischen Kriegern folgenschwere Auseinandersetzungen mit den überlegenen Römern zu ersparen, sieht er sich gezwungen immer wieder mit den ehemaligen Gegnern zu verhandeln. Dabei muss er nicht nur eine schwierige Gradwanderung bewältigen, zwischen der Treue zu seinem eigenen Volk und dem Eid, den er dem römischen Kaiser schwor. Er sieht sich auch unversehens in einen uralten Kampf hineingezogen, der zwischen den scheinbar romanisierten Ureinwohnern Britanniens und den römischen Besatzern schwelt. Denn was plant die Dame Aurelia Bodica, die britische Frau des römischen Statthalters, wirklich? Möchte sie den Sarmaten tatsächlich helfen? Oder haben sie und die im Untergrund wirkenden Druiden ganz eigene Interessen, die zu einem blutigen Aufstand führen könnten? Einem Aufstand, in dem die Sarmaten lediglich ein Werkzeug wären. Kann Ariantes sich auf die Seite der Römer schlagen, ohne seine eigenen Leute zu verraten? Kann er die Verschwörung aufdecken und so großes Unheil abwenden – nicht nur von den Römern, sondern auch von den Sarmaten, die in jedem Fall unweigerlich den Blutzoll zahlen würden? Für ihn beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn Bodicas Angebote sind für viele Sarmaten allzu verführerisch…

Gillian Bradshaw hat mit “Die Reiter Der Sarmaten” (Originaltitel: “Island of Ghosts”) einen wunderbaren, gut recherchierten historischen Roman geschrieben, der von der ersten bis zur letzten Seite spannend bleibt. Ariantes, der hier seine Geschichte selbst erzählt, der mürrische, verbitterte Zenturio Facilis, mit dem ihn bald eine Hass-Freundschaft verbindet, die verführerische, grausame Bodica, der Schreibersklave Eukairios, der Ariantes zugeteilt wird und sich bald als unentbehrlicher Helfer entpuppt – sie alle wirken individuell und fesselnd und haben ihre eigene Geschichte, die sich mit der des Haupterzählstranges verflicht. Es gibt Schlachten, edle, schwer-gerüstete Krieger hoch zu Roß, gewaltige Duelle, heldenhafte Schwertkämpfe und – für die, denen so etwas wichtig ist ;) – natürlich nicht nur gutaussehende (bärtige!!) Männer sondern auch schöne, energische Frauen. Ein wunderbares Buch zum darin versinken und immer und immer wieder lesen.



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