

Anregungen zum Schmökern und Genießen, von Leseratte zu Leseratte.
Weshalb eine literarische Teestube? Die Frage ist recht einfach zu beantworten. Ich fand im Netz eine Unzahl von Tummelplätzen, wo sich leseversessene Kaffeetrinker austoben konnten. Doch weit und breit war kein heimeliges Plätzchen für büchernärrische Teeliebhaber zu sehen. Da kam mir der Gedanke, eine literarische Teestube zu eröffnen. Das Äquivalent zu all jenen Literaturcafés, nur eben für die Teetrinker unter den Leseratten
Dieses Buch, oder vielmehr Büchlein (ein solches war es zumindest in der Ausgabe des Atriumverlags von 1950, die ich besitze) ist ein kleines Juwel. Für Erich-Kästner-Begeisterte ebenso wie für solche, die einfach nur Freude an wunderbar pointierten, geistreichen und vor Witz sprühenden Epigrammen haben. Eine Sammlung, die zum Schmunzeln und Nachdenken zugleich anregt, rasch zwischendurch gelesen ist und doch lange im Gedächtnis bleibt.
Wie aber beschreibt man ein Buch, das einen so prägnanten Titel trägt? Passenderweise nicht mit vielen Worten, sondern eben “kurz und bündig”. Daher möchte ich hier, um eine Vorstellung vom Stil des Autors zu vermitteln, einfach zwei Kästner-Epigramme zitieren, die zu meinen (unzähligen) persönlichen Favoriten gehören.
Eines befaßt sich mit den unbekannten Größen der Geschichte:
Über den Nachruhm
oder
Der gordische Knoten
Den unlösbaren Knoten zu zersäbeln
Gehörte zum Pensum Alexanders.
Und wie hieß jener, der den Knoten knüpfte?
Den kennt kein Mensch.
(Doch sicher war es jemand anders.)
Und hier geht es um Bäume (- wirklich Bäume?):
Mitleid und Perspektive
oder
Die Ansichten eines Baumes
Hier, wo ich stehe, sind wir Bäume
die Straße und die Zwischenräume
so unvergleichlich groß und breit.
Mein Gott, mir tun die kleinen Bäume
am Ende der Allee entsetzlich leid!
Na, schon Lust aufs Stöbern bekommen
?
2 Responses to “Erich Kästner: Kurz und bündig”
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