Tee

Ob ich morgen leben werde, weiß ich freilich nicht. Aber daß ich, wenn ich morgen lebe, Tee trinken werde, weiß ich gewiß. (Gotthold Ephraim Lessing, dt. Schriftsteller und Kritiker, 1729-1781)

Lesen

Gern lesen heißt, die einem im Leben zugeteilten Stunden der Langeweile gegen solche des Entzückens einzutauschen.
(Charles de Montesquieu, franz. Rechtsphilosoph und Schriftsteller, 1689-1755)

Seiten

Bücher

Bücher sind kein geringer Teil des Glücks. Die Literatur wird meine letzte Leidenschaft sein.
(Friedrich II., der Große, preuß. König , 1712-1786)

Phantasie

Die Freiheit der Phantasie ist keine Flucht in das Unwirkliche; sie ist Kühnheit und Erfindung.
(Eugène Ionesco,1909 -1994 rumänisch-französischer Dramatiker)

Stöberblogs

Liebe

Das Glück ist die Liebe, die Lieb' ist das Glück, ich hab es gesagt und nehm's nicht zurück!
(Adelbert von Chamisso, dt.-franz. Dichter und Naturforscher, 1781-1831)


Anregungen zum Schmökern und Genießen, von Leseratte zu Leseratte.

Weshalb eine literarische Teestube? Die Frage ist recht einfach zu beantworten. Ich fand im Netz eine Unzahl von Tummelplätzen, wo sich leseversessene Kaffeetrinker austoben konnten. Doch weit und breit war kein heimeliges Plätzchen für büchernärrische Teeliebhaber zu sehen. Da kam mir der Gedanke, eine literarische Teestube zu eröffnen. Das Äquivalent zu all jenen Literaturcafés, nur eben für die Teetrinker unter den Leseratten

Dick Francis “Knochenbruch”, erschienen 1996 im Diogenes-Verlag, ist im eigentlichen Sinne kein Krimi, denn es wird niemand ermordet- abgesehen von einigen Pferden – und auch der Täter steht von Anfang an fest. Dennoch ordne ich diesen Roman der Einfachheit halber in dieser Kategorie ein, da sich Dick Francis hier in jeder anderen Hinsicht vollkommen treu bleibt.

Wieder geht es – wie bereits angedeutet – um Pferde und wieder bleibt es hochspannend bis zur letzten Zeile.

Neil Griffon, ein erfolgreicher junger Geschäftsmann, kümmert sich Aushilfsweise um die Rennställe seines Vaters, der mit einem gebrochenen Bein im Krankenhaus liegt. Eigentlich ist er fest entschlossen, so rasch wie irgend möglich einen erfahrenen Trainer als Aushilfe anzuheuern und wieder zu seinem eigenen Beruf zurückzukehren. Denn er hat weder Zeit, noch steht er seinem Vater besonders nahe – dem er mit sechzehn davonlief.

Doch dann schlägt unversehens das Schicksal (bzw. ein gnadenloser Autor) zu: Neil wird eines Nachts entführt und sieht sich unvermutet einem eisernen Feind gegenüber: Enzo Rivera, machtgewohnt und mit einem keineswegs legal erworbenen Reichtum gesegnet, verlangt die Aufnahme seines Sohnes Alessandro Rivera als Jockey in den Rennstall. Und verleiht diesem Wunsch mit überaus schlagkräftigen Argumenten Nachdruck. Als er zudem droht, Neils Vater zu ruinieren, sollte der unerfahrene, gerade einmal achtzehnjährige Alessandro nicht den Champion Archangel im nächsten Derby reiten können, wird Neil klar, dass er – gegen den Willen des eigenen Vaters – als dessen Stellvertreter wird bleiben müssen, um das Schlimmste zu verhindern. Zunächst geht er scheinbar auf die Erpressung ein – doch bald schon müssen Enzo und sein Sohn feststellen, dass Neil Griffon alles andere als ein wehrloses Opfer ist. Ein zäher Kampf beginnt, in dem nicht nur Neil Griffon über sich hinaus wächst …

Ein wunderbares, dieses mal allerdings nur 250 Seiten langes Buch, in dem es alles gibt, was das Leserherz begehrt: Herrlich hassenswerte Bösewichte, gute Bösewichte, böse Handlanger, gute Handlanger – pardon, Nebenhelden – einen Vater-Sohn Konflikt, eine zauberhaft alltägliche Liebe und, natürlich, einen ganz gewöhnlichen Helden der, aus seinem friedlichen Leben als Antiquitätenhändler und Insolvenzberater gerissen, auf einmal mit widerspenstigen Pferden und ebenso widerspenstigen Menschen fertig werden muss.

Kein Buch zum Miträtseln, aber sehr wohl eines zum atemlosen Mitfiebern, mit einigen überraschenden Wendungen, einem guten Schuss Gewalt und einer Prise trockenen Humors. Wer Dick Francis’ klassischere Krimis schätzt, der wird auch hier nicht enttäuscht werden.



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