

Anregungen zum Schmökern und Genießen, von Leseratte zu Leseratte.
Weshalb eine literarische Teestube? Die Frage ist recht einfach zu beantworten. Ich fand im Netz eine Unzahl von Tummelplätzen, wo sich leseversessene Kaffeetrinker austoben konnten. Doch weit und breit war kein heimeliges Plätzchen für büchernärrische Teeliebhaber zu sehen. Da kam mir der Gedanke, eine literarische Teestube zu eröffnen. Das Äquivalent zu all jenen Literaturcafés, nur eben für die Teetrinker unter den Leseratten
Archive for the 'Tee' Category
Mai
18
Und schon wieder Tee – dieses mal "weißer"… nein, ich habe ihn ausnahmsweise nicht in einem Anfall von Konsumwahn aus Neugierde gekauft
, sondern zufällig in unserem Küchenschrank aufgestöbert. Was als Notlösung in Anbetracht von Schwarztee-Mangel begann, wurde zur einer richtig leckeren Neuentdeckung!
![]()
Weißer Tee wird aus den "Blüten und zartesten, jüngsten Blättern der Teepflanze" gewonnen (so die Packungsaufschrift). Eigentlich schmeckt er wie ein sehr milder Schwarztee, mit dem Unterschied, dass er kaum Bitterstoffe enthält. Das macht ihn magenfreundlich (ich glaube, deshalb war er im Küchenschrank) – und außerdem ist er für all jene sehr angenehm, die Tee (wie ich) lieber ohne Milch trinken wollen. Ich denke, ich werde diese Fundpackung schnell leer bekommen…
Mai
15
Und heute: eine kleine Tee-Diskussion, betreffend einen Meßmer-Früchtetee namens “Bayram”. Laut Packungsangabe schmeckt er nach “Apfel-Feige-Dattel” – wobei man sich hier allerdings nicht ein Übermaß an Exotik erwarten darf. Es ist eher ein angenehm frischer Apfeltee (so duftet er auch – meiner Meinung nach
), dessen normalerweise etwas säuerlicher Geschmack durch die Feigen und Datteln sanft abgerundet wird. Nicht aufregend, aber magenfreundlich und auch gekühlt angenehm zu trinken.
Warum also eine “Diskussion”? Nun ja, die erste Frage meines Freundes war: “Wonach stinkt’s denn hier??!”, als ich diesen Tee aufbrühte. Womit wieder einmal geklärt wäre: Die Geschmäcker sind verschieden. Aber das schadet ja nicht
– es gibt schließlich genügend andere, gute Früchtetees, die uns beiden schmecken. “Blutorange” von Milford zum Beispiel (der, finde ich immer noch, ein wenig schmeckt wie die orangefarbenen Nimm2-Bonbons, wenn man ihn mit Süßstoff trinkt
).
Als Empfehlung bleibt mir nur eins: probiert doch einfach beide aus
!
…denn der Meßmertee dieses Namens heißt jetzt offenbar “Momente der Versuchung”. Die Geschmacksrichtung ist und bleibt Kakao-Karamell – ob nur in anderer Verpackung oder auch mit geringfügig anderer Zusammensetzung wird noch festzustellen sein. Ich hoffe, Meßmer hat lediglich den Titel verändert (vermutlich fanden die Werbestrategen, dass “Melancholie” nicht ansprechend genug klingt) – der Tee an sich war nämlich ganz hervorragend. Der erste Tee der (fast) wie Kakao schmeckte. Hmmmmjammjamm
.
Mai
5
Hmmm…also, er ist trinkbar.
Nicht mehr und nicht weniger. Der Geruch ist äußerst gewöhnungsbedürftig (so ungefähr, als hätte man sämtliche Döschen des Gewürzbords vermischt), aber die Beutel riechen schlimmer als der fertige Tee. Hat man sich also erst einmal überwunden und den Salsa-Tee aufgebrüht, kann man in durchaus trinken – am besten ungesüßt. Aber schmeckt…naja, seltsam. Es ist irgendwie zu viel drin. Der Geschmack ist mehr "dumpf-pfeffrig" als "feurig-fruchtig". Was mich betrifft: ich denke, ich werde ihn demnächst, in einem zweiten Versuch, mit einem normalen Früchtetee mischen – im Verhältnis 1:2 … aber ich glaube kaum, dass ich ihn nachkaufen werde, wenn er aufgebraucht ist. Das seltsamste an diesem Tee ist, dass man nach einer halben Kanne Tee immer noch durstig ist – muss am Chili liegen.
In Zukunft also: nix mehr Salsa – auf, zurück zu Romeo und Julia!
Mai
5
Ja, richtig gelesen: Salsa-Tee. Eine brandneue Sorte von Milford. Geschmacksnote: Kirsche-Chili, Untertitel “fruchtig-feurig”.
Kirsche-Chili? Wer das allein für ungewöhnlich hält, der staune hier über die vollständige Zutatenliste: Hibiskus, Zimt, Rooibusch, süße Brombeerblätter (hat man nicht mal die Beeren gegessen??), Kirsch-Vanille-Aroma, Kaffeepulver (Kaffeepulver im Tee??? Ich falle vom Glauben ab!), Klee, Süßholzwurzel, Orangenschale, schwarzer Pfeffer (wie bitte, was??), Kardamom und Chili.
Klingt giftig, oder?
Warum ich das so genau weiß? Ja, natürlich musste ich diesen Tee kaufen – ich war im Supermarkt schon daran vorbeigegangen (Kaffee im Tee!!!!)… aber dann hat mich derart die Neugierde gepackt, wie dieses Zeug wohl schmecken mag, dass ich eine Schachtel mitgenommen habe. Ich werde ein Nachwort zu diesem Post schreiben und berichten, wie er geschmeckt hat, versprochen. Immer vorausgesetzt, ich überlebe diesen Selbstversuch
.
Es ist ja eine seltsame Sache, mit diesen Teesorten. Früher, da wußte man nicht einmal, was ein aromatisierter Tee ist. Es gab Früchtee und Kräutertee und schwarzen Tee im Laden, und der Kenner unterschied vielleicht noch zwischen “Darjeeling” und “Ceylon”. Aber heutzutage trägt jeder Tee einen Namen. Einen möglichst poetischen. Den Anfang machten die Teeläden (eine der großartigsten Errungenschaften seit der Erfindung des Buchdrucks) mit ihren Mischungen. “Gießener Mischung” gab es da, oder “7-Schwaben” (letztere schmeckt übrigens auch mit Gießener Wasser ausgezeichnet). Und dann zogen auf einmal die Supermärkte nach. Und nun könnte man, stöbert man durch die Teeabteilung des Supermarktes, tatsächlich zu dichten beginnen, so verheißungsvoll klingt es da.
Meine Favoriten zur Zeit sind “Romeo und Julia” eine Früchteteemischung von Meßmer, die ganz herrlich nach Himmbeer und Marzipan schmeckt. So unwahrscheinlich süß und rosa, wie man es sich an regnerischen Januartagen nur wünschen kann (auch wenn mein Freund sich vermutlich gerade mit Schaudern abwendet
).
Und “Momente des Glücks” (ebenfalls von Meßmer) sind ebenfalls nicht zu verachten. Banane-Klee steht darauf – aber schmecken tut er vor allem nach Banane. Der “Klee” ist vermutlich dem Glück auf der Packung geschuldet. Ob sie wohl die vierblättrigen Kleeblätter vorher handverlesen haben?

